Tinker Toy

1923/24 Ford Model T / C-Cab -Tinker Toy

Der 28er Chevy war schon lange weg, ebenso der 32er Roadster.
In mir wuchs langsam der Wunsch, wieder einen Hot Rod mit einem
dickem V8-Motor zu fahren.
Ein Model T sollte es unbedingt sein, aber die gab es eher selten.
So fand ich diesen C-Cab (der Name leitet sich aus dem C-förmigen Dach ab).
Allerdings ohne Straßenzulassung -also ein reines Show Fahrzeug.


Oben: Hier das Originalfahrzeug

Oben: …und schnell war er auch (Motor von einer 1966er Corvette Sting Ray)

Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4


Okay, da stand er nun.
Aber was nützt ein Auto das nicht fährt?
Nun denn, probieren kann man es ja mal.
Erste Anfrage beim TÜV: Der Motor ist höher als das Dach, das Sichtfeld
wäre zu stark eingeschränkt. Das Kettenlenkrad ginge gar nicht und die
Speerspitzen müssen weg.
Ohne Sitze, nur mit Kissen auf dem Fußboden, ist auch nicht zulassungsfähig,
ebenso diese riesige Lachgasflasche als Armstütze. Rote Blinker und rote
Begrenzungsleuchten vorne gehen gar nicht, und, und, und.
Dann schaute er meinen Kfz-Meister und mich nur ungläubig an und fragte
ob wir ihn veräppeln wollten.

Nach einem Jahr im Winter bin ich kurz in die Garage, habe die
schwarze Spraydose in die Hand genommen und meinen Entschluß gefestigt.
Tinker Toy muss sterben und T-Toy sollte auf die Straße.

Vorher noch schnell einen Entwurf gemacht, wie er aussehen könnte.
Eher Oldschool mit Stahlfelgen oder fette Schlappen?
Ich war noch unsicher.


Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A 4


Damit er einen alten Touch bekommt, was bei einer GFK-Karrosse eh
schon schwierig ist, habe ich mich dazu entschlossen, den Wagen mit
einem Pinsel zu streichen.
Dazu die Farbe nicht zu sehr verdünnen, damit man die Streifen noch
gut erkennen kann und immer schön im Kreuzgang drüber.
Am Ende war ich vom Ergebnis doch sehr überrascht, denn das sah
danach eher nach einem Aufbau aus Holz aus.


…und da stand er nun und hatte sogar TÜV bekommen.
Die Hürden waren unendlich hoch, aber nach und nach haben wir
uns immer näher den strengen TÜV-Vorgaben genähert und die
begehrten Plaketten bekommen.

Das ganze unnützige Motorgebammel kam runter, es wurden Sitze
eingebaut, der Innenraum sicher gemacht und vieles mehr.
Am Ende kamen noch richtig breite Mickey-Thomson Schluffen auf
die Hinterachse und so war er dann fahrbar.
Den Einbau der Tür hätte ich mir sparen können, der Einstieg durch das
Fenster war bequemer, wenn man den Bogen einmal raus hat.

Wir hatten viel Spaß mit dem Hot Rod und waren damit auf vielen
US-Car- und Hot-Rod-Treffen unterwegs. Meistens sogar mit beiden Rods.
Nach einem Vierteljahrhundert habe ich das Hobby dann aufgegeben.