Artwork


Oktober 2010: Ein Bild aus meinem damaligen Atelier im alten Forsthaus in Offenbach

Von Farbaerosolen und vergänglichen Spuren:
Mein Leben als visueller Gestalter und Klangkünstler

Man kennt mich heute vor allem durch meine synthetischen Klangwelten, meine Arbeiten als Sounddesigner und Elektronikmusiker.
Doch das Hören war für mich nie vom Sehen getrennt.
Die visuelle Gestaltung, also das Spielen mit Form, Pigment und Schatten, bildet das komplementäre Äquivalent zu meinen auditiven Forschungen.
Wenn ich heute auf meinen künstlerischen Werdegang blicke, erklingt in der Rückschau nicht nur die Frequenz eines Oszillators, sondern auch das leise Zischen einer Airbrushpistole.

Die Wurzeln einer Leidenschaft: Ein LKW-Schlauch trifft auf Tuschezeilen
Meine haptische und visuelle Praxis begann nicht in einer akademischen Meisterklasse, sondern am Küchentisch meiner Jugend.
Schon als junger Bub war ich fasziniert von der Ästhetik des Details.
Meine Plastikmodellbausätze, meistens Flugzeuge, Harleys, Hotrods, verlangten nach Perfektion.
Die Badger-Airbrushpistole war mein erstes Werkzeug. Allerdings war der Kompressor dazu damals ein unerschwinglicher Luxus.
Stattdessen diente mir ein alter LKW-Schlauch als Druckspeicher, den ich immer wieder mühsam an der Tankstelle aufpumpen musste.
Es gab zwar auch Druckluftdosen zu kaufen, aber die waren viel zu teuer.

Diese Begeisterung für Mechanik und Präzision führte mich 1969 zu meiner Ausbildung als Kunst- und Bauschlosser.
Für die technischen Tuschezeichnungen in unseren Berichtsheften musste ich mit Rapidographen arbeiten,
was mir so viel Freude machte, dass ich bald über die reinen Schularbeiten hinausging.
Ich hatte ohnehin alle Materialien zur Hand und begann, eigene Schwarz-Weiß-Zeichnungen anzufertigen.
Dabei reizte mich besonders die Kombination aus harten, präzisen Linien mit weich gesprühten, fließenden Farbübergängen.
Be meiner ersten kleinen Ausstellung in einer Neu-Isenburger Galerie, fanden die Bilder guten Absatz.
Sie bildeten ein erstes Fundament meines künstlerischen Handwerks.

Um mein knappes Lehrlingsgehalt aufzubessern, veräußerte ich diese Arbeiten.
Auch während meines fünfzehnmonatigen Wehrdienstes widmete ich mich intensiv der Malerei.
Da die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung innerhalb der Kaserne begrenzt waren, bot mir das Malen eine willkommene Gelegenheit,
meine künstlerischen Interessen weiterzuverfolgen und meine freie Zeit kreativ zu gestalten.

Ab Mitte der 70er-Jahre habe ich dann vor allem Motorräder mit Airbrush verschönert.
In dieser Zeit baute ich mir ein Instrumentarium auf, das in seiner Differenziertheit meinem Synthesizer-Fuhrpark in nichts nachsteht:
Präzisionspistolen von Thayer & Chandler, DeVilbiss, Paasche, Olympos, Badger,
Hansa und andere gehören bis heute zu meinem Repertoire.

Das war damals zwar schnell verdientes Geld, bot mir aber nicht die kreative Freiheit, die ich mir so sehnlich wünschte.
Meistens brachten die Leute Vorlagen aus Büchern oder Fotos mit, die ich dann exakt auf das Blech übertragen sollte.
Meine eigenen, vielen guten Ideen blieben dabei auf der Strecke, wodurch mein Interesse an der Arbeit spürbar nachließ.
Das war wohl auch der Hauptgrund, warum das Thema Airbrush im Jahr 1983 als Hauptberuf für mich endete.


Ganz erfolglos war ich damit allerdings nicht, denn meine Arbeiten wurden oft prämiert

Das Trilemma von 1983: Klang, Pigment oder Sicherheit?
Künstlerische Biografien sind selten linear; sie sind geprägt von Weggabelungen.
Im Jahr 1983 stand ich vor einer existenziellen Weichenstellung.
Mein Schaffen bewegte sich in einem Trilemma dreier Disziplinen: der Musikproduktion, der professionellen Airbrush-Malerei und der Sicherheitstechnik.

Ich entschied mich damals pragmatisch für die Sicherheitstechnik als Brotberuf, auch da ich Vater wurde und die finanzielle Sicherheit wollte.
Doch die Freie Kunst verlor dadurch keineswegs an Gewicht, sie wandelte lediglich ihre Funktion.
Die Airbrushmalerei blieb immer eine treibende Kraft.
Synthese der Techniken: Hyperreale Reflexionen
In meiner Methodik strebe ich stets nach Synergie. Ein prägnantes Beispiel dieser hybriden Arbeitsweise zeigt sich in Arbeiten wie Hyperreale Reflexion – 4th Movement (entstanden in kollaborativer Kooperation mit Claus Jahn).

Hier folgte die Komposition einer mathematisch-präzisen Dramaturgie: Augen wurden manuell vorgezeichnet, mit spezialisiertem Abdeckmaterial maskiert und anschließend mittels feinst dosierter Farbaerosole schichtweise via Airbrush aufgebaut. Die finale Ausdifferenzierung – Irisstrukturen, Wimpernhärchen – erfolgte mit extrem feinen Pinseln und Zeichenfedern.

Oben: Eine Airbrusharbeit, die ursprünglich für den Animationsfilm
„Hyperreale Reflexion -4th Movement“ von Claus Jahn gedacht war.
Das Foto zeigt die am PC überabeitete Version aus dem CD-Booklet
„Humano:Id

Oben: Die Originalzeichnung auf Schöllershammer DIN A 4 Zeichenkarton.
Unten: Detailverliebt war ich schon immer, egal ob in der Musik oder in der Malerei.

Heute führe ich diese analogen Präzisionstechniken organisch mit der digitalen Bildbearbeitung zusammen.
Diese Symbiose ist kein Widerspruch, sondern eine Erweiterung meines gestalterischen Spektrums.
Als visueller Autodidakt gestalte ich konsequenterweise sämtliche CD-Cover meiner Veröffentlichungen sowie die Grafiken meiner Website selbst.
Das Bild ist für mich kein Beiwerk zur Musik; es ist der visuelle Resonanzraum meiner Klänge.

Nachfolgend ein paar Beispiele meiner Arbeiten.

!!!ACHTUNG – Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt!!!
(Nutzungsrechte auf Anfrage)
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1978 Harley Davidson Superglide


Original wurde meine nagelneue Superglide in potthäßlichem Braun angeliefert,
das ging garnicht. Gleich im ersten Winter wurde alles komplett umlackiert.


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1950 Harley Davidson Panhead / Stardust


Das Bild ist der Buchtitel von: „Frei wie der Wind“ (Autor Lommel)
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3937542126.

Mehr über das Projekt „Stardust“ ist hier.
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1928 Chevrolet Imperial Fourdoor Sedan
Dieses Fahrzeug existierte auch real!
Als ich den Hot Rod  im Frühjahr 1993 kaufte, trug er noch
ein Farbkleid in Silber-Metallic mit schwarzen Kotflügeln.
Einzelheiten dazu sind hier: „Chevy Imperial“


Airbrush auf Schöllershammer Zeichenkarton 150g in DIN A 2

Tuschezeichnung (Rotring) in Zeichenkarton DIN A 4  (Text: PC)

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1932 Ford Roadster / Badewanne
Auch dieser Hot Rod gehörte ab 1994 zu meinem Fuhrpark.
Hier sind mehr Infos zur „„Badewanne“


Airbrush auf Schöllershammer Zeichenkarton 150g in DIN A4

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1932 Ford Tudor Sedan „Alien Hunter“
Ab 2003 diente mir der 32er Ford Tudor Sedan als Ersatz für den 28er Chevy.
Auf längeren Strecken war die vordere Sitzbank mit dem originalen Federkern
sehr unkonfortabel und so wechselte ich zu diesem Rod.


Airbrush auf Zeichenkarton in DIN A4

Die ganze Geschichte zum „Alien Hunter“ findet ihr hier

Airbrush auf Zeichenkarton in DIN A4

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1923/24 Ford Model T / C-Cab -Tinker Toy
Auch dieser extrem heiße Hot Rod hat in der realen Welt existiert und
gehörte ab 2004 zu meinem Fuhrpark.
Hier gibt es mehr Infos über die Entstehungsgeschichte des „Tinker Toy“


Airbrush auf Zeichenkarton in DIN A 4

Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4


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Oftmals nutze ich real existierende Fahrzeuge als Vorlage.


Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4
Unten: Das Originalfahrzeug:


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Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4
Unten: Das Originalfahrzeug:


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Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4
Unten: Das Originalfahrzeug:


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Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4
Unten: Das Originalfahrzeug:


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Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4

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Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4

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Oben: Airbrush auf Zeichenkarton DIN A4

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Elektra
Der Coverentwurf für das „Elektra“ von THAU


Airbrush, Rapidograph mit digtaler Nachbearbeitung.
Unten: Hier noch einmal in größer:


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